Der spanische E-Commerce- und Dienstleistungssektor bietet enorme Chancen, doch wer einfach nur seine deutschen Kampagnen übersetzt und eins zu eins überträgt, wird schnell Lehrgeld zahlen. Spanien ist ein Markt, der von regionalen Unterschieden, spezifischem Suchverhalten und einer hohen Mobile-Affinität geprägt ist.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihre Google Ads Strategie für den spanischen Markt optimieren und ob Sie eher auf klassische Keyword-Kampagnen oder die KI-gesteuerte Performance Max setzen sollten.
Die kulturelle Komponente: Warum reine Übersetzung scheitert
Bevor wir über Gebotsstrategien sprechen, müssen wir über die Sprache reden. Ein häufiger Fehler ist die Nutzung von automatischen Übersetzungen.
- Regionalismen: Spanisch ist nicht gleich Spanisch. Während man in Madrid „Coche“ (Auto) sagt, ist in anderen spanischsprachigen Märkten „Carro“ oder „Auto“ geläufiger. In Spanien selbst gibt es zudem zweisprachige Regionen (Katalonien, Baskenland, Galicien). Wer hier lokale Relevanz zeigt, gewinnt das Vertrauen der Nutzer.
- Tonalität: Die spanische Werbesprache ist oft emotionaler und direkter als die deutsche. „Sparen“ ist wichtig, aber das „Erlebnis“ und die „Lebensqualität“ stehen oft im Vordergrund.
- Siezen vs. Duzen: In der Online-Welt ist das „Tú“ (Du) in Spanien deutlich verbreiteter als das „Sie“ im deutschen Business-Kontext. Eine zu steife Ansprache wirkt distanziert.
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Suchverhalten und Saisonalität auf der iberischen Halbinsel
Spanien hat einen eigenen Rhythmus, den Ihre Google Ads widerspiegeln müssen.
- Siesta-Effekt: Die Klickraten und Conversions verschieben sich oft in die späten Abendstunden. Während in Deutschland nach 22 Uhr Ruhe einkehrt, surfen viele Spanier noch bis Mitternacht aktiv auf dem Smartphone.
- Mobile First: Spanien hat eine der höchsten Smartphone-Penetrationsraten in Europa. Ihre Landingpages müssen perfekt für Mobilgeräte optimiert sein.
- Feiertage: Beachten Sie nicht nur nationale Feiertage, sondern auch regionale (wie die Feria de Abril in Sevilla oder Sant Jordi in Barcelona). Der „Día de los Reyes Magos“ (6. Januar) ist für den Einzelhandel oft wichtiger als der 24. Dezember.

Keyword-Kampagnen vs. Performance Max: Was ist besser für Spanien?
Das ist die Kernfrage für jeden Advertiser. Die Antwort ist kein „Entweder-oder“, sondern ein strategisches „Wann“.
Die Stärken von Keyword-Kampagnen (Search)
Keyword-Kampagnen bieten Ihnen die volle Kontrolle. In einem neuen Markt wie Spanien ist das wertvoll, um zu verstehen, was die Leute eigentlich eingeben.
- Vorteil: Sie sehen genau, welche Suchbegriffe konvertieren.
- Vorteil: Sie können exakte negative Keywords ausschließen, um Streuverluste zu minimieren.
- Ideal für: Nischenprodukte, B2B-Dienstleistungen und Marken mit strikten Compliance-Vorgaben.
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Die Stärken von Performance Max (PMax)
Performance Max ist Googles All-in-One-Lösung, die YouTube, Display, Search, Maps und Gmail abdeckt.
- Vorteil: Die KI findet Nutzer über alle Kanäle hinweg, oft zu günstigeren Preisen als in der reinen Suche.
- Vorteil: Ideal für E-Commerce (Shopping-Integration).
- Ideal für: Skalierung, visuelle Produkte und wenn Sie schnell Reichweite aufbauen wollen.
Strategische Empfehlung: Der Hybrid-Ansatz
Für den spanischen Markt empfehlen wir meist einen Hybrid-Ansatz.
- Search für Core-Keywords: Starten Sie mit klassischen Suchanzeigen für Ihre wichtigsten Begriffe (z. B. „Software para contabilidad“). Hier behalten Sie die Kontrolle über die Botschaft.
- PMax für Retargeting und Prospecting: Nutzen Sie Performance Max parallel, um durch visuelle Assets (Bilder und Videos) das Markenbewusstsein zu steigern. In Spanien spielt visuelles Marketing eine große Rolle.
Die Bedeutung von „Local Trust“ H2: Die Bedeutung von „Local Trust“ und Social Proof
Spanische Konsumenten sind preisbewusst, aber auch sicherheitsorientiert. Wenn Sie als ausländisches Unternehmen in Spanien verkaufen, müssen Sie Vertrauen aufbauen:
- Bewertungen: Integrieren Sie lokale Rezensionen in Ihre Anzeigen (Sterne-Erweiterungen).
- Zahlungsmethoden: Erwähnen Sie in den Anzeigentexten gängige Methoden wie Bizum (sehr populär in Spanien) oder Kreditkarten.
- Versand: Schnelle Lieferzeiten sind ein riesiger Wettbewerbsvorteil. „Envío gratis“ (Gratisversand) ist einer der stärksten Klick-Magnete in spanischen Anzeigen.
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Technische Best Practices für den spanischen Markt
Damit Ihre Kampagnen technisch sauber laufen, sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Standort-Targeting: Schließen Sie die Kanarischen Inseln, Ceuta und Melilla aus, wenn Ihre Logistik dort nicht hinkommt – die Versandkosten dorthin sind oft extrem hoch.
- Spracheinstellungen: Stellen Sie das Targeting auf „Spanisch“ und „Englisch“ ein. Viele Expats und Touristen in Spanien suchen auf Englisch, sind aber dennoch potenzielle Kunden.
- Anzeigenerweiterungen: Nutzen Sie Sitelinks, Callouts und vor allem Standort-Erweiterungen, falls Sie physische Präsenz zeigen können.
Fazit: Mit Daten und Empathie zum Erfolg
Erfolg mit Google Ads in Spanien erfordert mehr als technisches Know-how. Es ist eine Mischung aus der Präzision von Keyword-Kampagnen, der Reichweite von Performance Max und einem tiefen Verständnis für die spanische Kultur.
Testen Sie Ihre Creatives, nutzen Sie die KI für die Skalierung, aber behalten Sie durch manuelle Suchkampagnen immer das Steuer in der Hand. Der spanische Markt ist loyal und kaufkräftig – wenn man ihn in seiner Sprache und zu seiner Zeit anspricht.

Die 10 häufigst gestellten fragen
1. Ist es besser, auf Spanisch oder Englisch zu werben?
In Spanien ist die Landessprache essenziell. Zwar verstehen viele Spanier Englisch, aber die Konversionsraten sind auf Spanisch signifikant höher. Tipp: Stellen Sie das Kampagnen-Targeting auf „Spanisch“ und „Englisch“ ein (da viele Browser auf Englisch eingestellt sind), aber nutzen Sie fast ausschließlich spanische Anzeigentexte.
2. Wie hoch ist der durchschnittliche CPC (Cost-per-Click) in Spanien?
Generell ist der spanische Markt im Vergleich zu Deutschland oder den USA oft günstiger. Während ein Klick im B2B-Bereich in Deutschland 5 € kosten kann, liegt er in Spanien oft bei 2 € bis 3 €. Dies variiert jedoch stark je nach Branche (Tourismus und Immobilien sind sehr kompetitiv).
3. Muss ich für Katalonien oder das Baskenland auf Regionalsprachen werben?
Für die meisten nationalen Kampagnen reicht Kastilisch (Standard-Spanisch) völlig aus. In Regionen wie Katalonien kann Werbung auf Katalanisch jedoch die Klickrate (CTR) und das Vertrauen enorm steigern. Für Nischenprodukte oder lokale Dienstleistungen in Barcelona ist es ein strategischer Vorteil.
4. Warum performen meine Anzeigen am Nachmittag so schlecht?
Das liegt oft am spanischen Tagesrhythmus. Zwischen 14:00 und 17:00 Uhr sinkt die Aktivität (Siesta/längere Mittagspausen). Die stärksten Stunden liegen oft zwischen 10:00 und 13:00 Uhr sowie extrem stark am Abend zwischen 20:00 und 23:00 Uhr.
5. Welche Rolle spielt „Bizum“ in meinen Anzeigen?
Eine riesige! Bizum ist das spanische Äquivalent zu PayPal, aber noch tiefer im Alltag verwurzelt. Wenn Sie im E-Commerce tätig sind und Bizum als Zahlungsmittel anbieten, sollten Sie dies unbedingt als Callout-Erweiterung in Ihren Anzeigen erwähnen. Es ist ein massiver Vertrauensfaktor.
6. Sollte ich die Kanarischen Inseln im Targeting einschließen?
Nur, wenn Ihre Logistik darauf vorbereitet ist. Die Kanaren gehören zwar zu Spanien, haben aber ein anderes Steuersystem (IGIC statt IVA) und hohe Zoll-/Versandhürden. Viele Advertiser schließen die Postleitzahlen der Kanaren, Ceuta und Melilla zunächst aus, um Komplikationen zu vermeiden.
7. Funktionieren Performance Max Kampagnen in Spanien gut?
Ja, besonders im E-Commerce. Da Spanier sehr visuell orientiert sind und viel Zeit auf Social Media und YouTube verbringen, spielt PMax seine Stärken aus. Wichtig ist hier, qualitativ hochwertige Bilder und Lifestyle-Videos zu nutzen, die das „mediterrane Lebensgefühl“ widerspiegeln.
8. Wie wichtig sind Rabatte und „Ofertas“?
Der spanische Markt ist sehr preissensitiv. Begriffe wie „Rebajas“ (Schlussverkauf), „Oferta“ (Angebot) oder „Descuento“ (Rabatt) ziehen in Spanien oft stärker als Qualitätsversprechen. Nutzen Sie die Promotion-Erweiterungen von Google Ads intensiv.
9. Kann ich meine deutschen Anzeigen einfach per DeepL übersetzen?
Davon ist dringend abzuraten. Automatische Übersetzungen übersehen oft kulturelle Nuancen oder nutzen lateinamerikanisches Spanisch, was in Spanien unnatürlich wirkt. Ein Muttersprachler sollte die „Transcreation“ (kreative Übersetzung) übernehmen, um die Tonalität zu treffen.
10. Wie sieht es mit dem Datenschutz (DSGVO/AEPD) aus?
Spanien ist bei der Durchsetzung der DSGVO durch die nationale Behörde AEPD sehr strikt. Ihr Consent-Banner und die Tracking-Einrichtung müssen absolut wasserdicht sein, da Google Ads ohne korrektes Consent-Signal (Consent Mode v2) in Spanien kaum noch effizient steuerbar ist.
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